Geschichte der MS Rollinghome

1928

Erbaut in Mondorf bei Bonn am Rhein von der Firma Heinrich Bröhl. Ihr damaliger Taufnahme: MS Düsseldorf

Vielseitig wurde die heutige Rolling Home eingesetzt. Für das Wasser- und Schiffahrtsamt Duisburg war sie als Schlepp-, Polizei- und Vermessungsboot für kartographische Arbeiten auf dem Rhein unterwegs.

1932

1939–45

Die Rolling Home zog in den Krieg. Mit Waffen an Bord und Tarnanstrich wurde sie für die Interessen von Kriegsmarine und Wehrmacht genutzt.

Über 40 Jahre lang war die Rolling Home im Dienste der Handelsschifffahrt auf Deutschlands Binnenwasser unterwegs. 1985 Pension! Die Rolling Home wird offiziell in den Ruhestand versetzt und in die Privatwirtschaft überführt. In Hamburg war sie für einen privaten Besitzer unterwegs.

1940–85

1986–87

Liebe auf den ersten Blick… Vernachlässigt und vergessen lag die Rolling Home in einem Hamburger Hafenbecken. Bis sie durch Zufall von ihrem heutigen Besitzer Rudolf Steiner entdeckt wurde. Eben zurückgekehrt von Transatlantik- und Karibikfahrten, kaufte er das Schiff und verlieh ihm in mühevoller Kleinarbeit neuen Glanz. Nur dank der Hilfe befreundeter Seebären, die Steiners Begeisterung für Wasser und Wellen teilten, war die Renovation trotz sehr beschränkter Geldmittel in Deutschland und der Schweiz möglich.

NDR Reportage des NDR's

Drei Tage vor Weihnachten hat die Rolling Home ihr neues Zuhause erreicht: Den Vierwaldstättersee. Ein 200-Tonnen-Spezialkran war nötig, um das Schiff sicher ins Wasser zu lassen. Alles, was für den Transport aus dem hohen Norden entfernt wurde, musste nun wieder fachmännisch montiert werden: Ruderhaus und Schornstein beispielsweise. Zum ersten Mal durchpflügt die Rolling Home am Ende diesen Jahres den Vierwaldtsättersee. Es ist die Fahrt von Luzern zu ihrem zukünftigen Standplatz nach Hergiswil.

1987

1988

Doch ein fahrtüchtiges Schiff alleine reicht leider nicht. Das musste Skipper Rudolf Steiner schnell feststellen: Gewerbsmässige Fahrten durfte die Rolling Home nämlich vorläufig keine ausführen. Nur technische Probefahrten waren zur Prüfung der amtlichen Forderungen erlaubt. Nichtsdestotrotz: Die Rolling Home hatte schon sehr bald einen eigenen Fan-Club. Und einen aktiven dazu! Viele freiwillige Helfer unterstützen Steiner tatkräftig bei vielen Tag- und Nachteinsätzen, um die Rolling Home zu dem zu machen, was sie heute ist. Und was wäre ein flottes Schiff ohne eine echte Gallionsfigur? Eine attraktive Meerjungfrau fand den Weg zum Skipper, beendete sein Solo-Seebären-Leben und war bereit, die harte Arbeit und den unkonventionellen Lebensstil auf dem Schiff mit ihm zu teilen. Mit ihrer Lebensfreude wurde sie zur Seele der Rolling Home. Diese Unterstützung konnte der Skipper mehr denn je brauchen. Jede Menge behördliche Forderungen machten ihm seinen Traum fast zunichte. Er verbrache mehr Zeit auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesämtern als auf seiner Rolling Home. Böswillige Einsprachen von Neidern und das Missfallen gewisser Konkurrenten legten ihm in dieser Zeit immer wieder Steine in den Weg. Trotz grossem Interesse der Deutschen und Schweizer Medien an der aussergewöhnlichen Geschichte der Rolling Home war Steiners nautisches Kleinunternehmen schon gefährdet, bevor es überhaupt richtig zum Laufen kam. Die Geldreserven waren aufgebraucht und die Pioniermoral wich bald Missmut und Zorn auf all jene, die Steiners Traum fast platzen liessen. Doch eben nur fast. Endlich der langersehnte Bescheid der Behörden: „Freie Fahrt für die Rolling Home!“ Erste Buchungen von Gästen gingen ein, erste Seerundfahrten wurden durchgeführt. Trotzdem konnte Steiner noch nicht von seinem kleinen Unternehmen leben, musste sich mit Nebenjobs über Wasser halten.

Doch die Rolling Home sollte noch an Attraktivität gewinnen. Schiffsführerkollegen der Berufsfeuerwehr Basel verhalfen Steiner zu einer tadellosen Feuerlöschkanone. Einmal mehr trat der Rolling Home-Fanclub in Aktion und installierte die Wasserkanone auf dem Dach des Ruderhauses. Seither ist die Löschkanone ein beliebtes Objekt bei den Gästen der Rolling Home. Vorallem an heissen Sommertagen!

1989

1995

Die Rolling Home erobert die Herzen ihrer Passagiere im Sturm! Eine grosse Gruppe zufriedener Kunden empfiehlt die Rolling Home als fahrbarer Partyort, und als Ausflugsschiff weiter.

Die Rolling Home bekommt Gesellschaft: Steiner kauft den Nauen „Seerose“, ein Güterschiff aus der Konkursmasse des Seerestaurants „Hüttenort“. Auch dieses Schiff wurde mit grossem Arbeitsaufwand und viel Herzblut aufwendig restauriert. Nach dem Umbau liess Steiner den Nauen auf den Namen eines Rolling Home-Fans der ersten Stunde taufen: „Schiffsmeister Balz“. Der Nauen Balz wird vor allem bei schönem Wetter eingesetzt.

1999

2004

Um die Schiffe am Standplatz vor Sturmüberraschungen besser schützen zu können, wurden mittels der SGV-Schiffsramme angefaulte Pfähle durch massive Stahlrohre ersetzt und in den Seegrund geschlagen. Die schlimmsten Stürme überstanden hat zu diesem Zeitpunkt Skipper Rudolf Steiner: Er feiert im Februar seinen 60. Geburtstag. Rolling Home und Balz: Zwei Oldtimer-Schiffe die aus dem Seebecken von Hergiswil nicht mehr wegzudenken sind. Zwei beliebte Fotosujets, zwei maritime Legenden – eine Freude für Einheimische und Touristen.

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